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Der Pianist Jura Margulis wird geschätzt für seine bezwingende Gestaltungskraft, für die Vielseitigkeit seiner Klangfarben, und seine virtuose Technik. Die Polarität seiner künstlerischen Persönlichkeit – logisch und leidenschaftlich zugleich – und die absolute Beherrschung des Instrumentes wird immer wieder beachtet. Kritiker charakterisieren seine Tastenkunst als „kontrollierte Besessenheit“ und erkennen die „unbedingte Autorität” seiner Interpretationen an (Fono Forum, Knut Franke). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) würdigt seine Aufführungen als zugleich „impulsiv und nachdenklich“ und bezeichnet den Pianisten als einen „Virtuosen und Gestalter“. Die Washington Post bewundert seinen „titanenhaften Vorrat reiner Stärke“ und seine „mühelose Spontaneität“. Die Fort Worth Star-Telegram rühmt: “ … der perfekte Beethoven für das Publikum unser Zeit; ergreifende Lyrik, Vorstellungskraft, Originalität und Kunstverständnis durchdringen jeden Satz.“ Über seinen Klavierabend in Salzburg schrieb Drehpunkt Kultur (Karl Winkler): „Die Verbindung von Klangphantasie und klarer Linienführung ... Es verwandelt sich handwerkliche Perfektion in den Ausdruck eines düsteren Dramas. Eine außergewöhnliche Darbietung!“ Die FAZ Rezension eines Klavierabends und live Aufnahme im Hessischen Rundfunk in Frankfurt schloss mit den Worten: „Euphorische Zustimmung“.

Als Solist trat er mit Orchestern wie dem Russischen National Orchester in der Hollywood Bowl auf, mit dem Montreal Symphony Orchestra unter Charles Dutoit, dem Südwestrundfunk Orchester, dem National Orchester von Venezuela, dem Prager Symphonie Orchester, und dem Thailand Philharmonic Orchestra. Er konzertierte auch auf zahlreichen Festivals wie dem Schleswig-Holstein-Musik Festival, den Berliner Festwochen in der Berliner Philharmonie, dem Verbier Musik Festival in der Schweiz und dem Argerich-Beppu Music Festival in Japan. Zudem gewann er mehr als ein Duzend Preise bei internationalen Wettbewerben, darunter beim Busoni-Wettbewerb in Italien und beim Guardian-Wettbewerb in Irland. Die Europäische Kulturstiftung zeichnete ihn mit dem renommierten Preis Pro Europa aus. 

In den letzten beiden Jahren konzertierte er in Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Tübingen, Freiburg, Bologna, Barcelona, Bangkok, und Salzburg sowie in New York, St. Louis, Dallas, Chicago, Cincinnati und New Orleans. Jura Margulis kann auch auf zahlreiche erstklassige Kammermusikauftritte zurückblicken: Zu seinen Partnern zählten Dmitry Sitkovetsky, die Solisten der Moskauer Virtuosen, Mitglieder des Chicago Symphony Orchestra und das Moskauer Streichquartett. Mit Martha Argerich trat er als Duo Partner in Deutschland, Japan, und den USA auf.
 
Seinen künstlerischen Werdegang ergänzen sechs CD-Einspielungen für Sony, Ars Musici und Oehms Classics, wobei sein Repertoire ein breites Spektrum umfaßt. Seine Einspielungen wurden in der Kritik hoch gerühmt und ausgezeichnet: Fono Forum gab seiner CD von 2001 (Schumann, Liszt, Debussy) die Bezeichnung „sehr empfehlenswert“ und nahm sie in das Klassik Jahrbuch als eine von nur 12 Referenzaufnahmen im Bereich Klavier auf. 2004 wurde seine CD mit Russischem Repertoire in die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen. Seine jüngste CD umfasst Klaviertranskriptionen von Bach bis Caplet und wurde von Klassik-Heute mit der höchsten Punktzahl im Bereich „künstlerische Qualität“ ausgezeichnet. Peter Cossé schrieb: „… seit Horowitzens alter RCA-Aufnahme der ‚Danse macabre’ von Saint-Saens ist mir keine Einspielung dieses wahrhaft bildhaften Klanggemäldes begegnet, wie die hier – in Jura Margulis’ eigens bearbeiteter Version!” Weiter empfiehlt der Kritiker, daß Margulis’ eigene Transkription von dem wenig bekannten Stück „Conte Fantastique“ von André Caplet “ähnlich wie Ravels Klavierversion seiner ‚La Valse’- Verdunkelung einen Platz im Repertoire junger Pianisten einnehmen könnte.” Klassik.com, die dieser CD ebenfalls die höchste Punktzahl gab, schreibt: „Sein klarer, durchdringender, klagender Ton ist herzerweichend und fasziniert von der ersten bis zur letzten Sekunde“, und rühmt, daß Margulis „gar nicht genug gelobt werden kann“.

Als Pädagoge ist Jura Margulis international gefragt und hält Meisterkurse in den USA, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Portugal, Rußland und Japan. Über sein pädagogisches Konzept The Unified Piano School, Eine Verbindung von Pädagogischen und Pianistischen Traditionen, hält er vielerorts Vorträge, so auch an der World Piano Pedagogy Conference in den USA und an der Internationalen Sommerakademie Mozarteum in Salzburg. Jura Margulis wurde in St. Petersburg/Russland geboren, wuchs in Deutschland auf und studierte bei seinem Vater, Prof. Vitaly Margulis, an der Musikhochschule Freiburg, an der einzigartigen Fondazione per il Pianoforte in Cadenabbia am Comer See in Italien, und bei Leon Fleisher am Peabody Conservatory in Baltimore, USA. Heute ist er als Professor und Artist in Residence am Fulbright Collge der University of Arkansas in Fayetteville, USA. Dort lebt er mit seiner Frau Elizabeth Hellmuth Margulis, die als Professorin für Kognitionswissenschaft über Bewußtseinsprozesse in der Musikwahrnehmung forscht, und mit seinen beiden Söhnen Alexander und Nikolai.